Eigene Räumlichkeit im legendären "Boho-Style", die aufgrund der Elemente verschiedenster Kulturen und Epochen in Kombination eine gewisse Freiheit und Individualität ausstrahlen läßt. Die Schwierigkeit hier ist das Kombinieren der verschiedenen Epochen mit dem Ziel dennoch eine harmonische Einheit zu visualisieren. Das Sofa stammt aus dem Jahre 1872 sowie die Recamieré, die neu bezogen sind.
Eine irisierende, ruhig wirkende Betonwand bildet einen spannenden Kontrast zu den übrigen türkisfarbenen Wänden und verleiht dem Raum eine besondere Ruhe. Die Oberfläche der Betonwand wurde mit einem irisierenden Effektmittel behandelt, sodass sich ihr Erscheinungsbild je nach Lichteinfall verändert: Scheint die Sonne auf die Wand, schimmert sie – abhängig vom Blickwinkel – mal in irisierendem Grün, mal in zartem Blau. Die Grundfarbe bleibt dabei ein warmes Grau, das die changierenden Farbtöne harmonisch trägt.
Die horizontal verlaufenden Schwarz-Weiß-Streifen wurden mit unterschiedlichen Materialien gestaltet: Die schwarzen Streifen sind stark verdichtet und fühlen sich beim Berühren beinahe wie polierter Marmor an – glatt und kühl. Im Kontrast dazu habe ich die weißen Streifen mit einem strukturierten Putz samt Armierung versehen, wodurch eine spürbare Haptik entsteht. Der Wechsel zwischen glatten und rauen Flächen erzeugt nicht nur ein interessantes Tastgefühl, sondern auch ein visuell reizvolles Spiel, das besonders im direkten Betrachten zur Geltung kommt.
Kunstwerk Hirschgeweih in Neonrosa, passend zum alten mit pinkfarbenem Alcantara Ohrensessel. Hier sieht man sehr schön die venezianische Spachteltechnik mit insgesamt 40 (!!!!) sehr feinen, dünnen Schichten inkl. Firnis.
Spezielle Spachteltechnik mit sehr, sehr dünnen und vielen Schichten mit künstlerischem Transparenz-Effekt. Die Basismaterialien stammen von der Firma sto in Heidingsfeld, die von mir noch mit Roh-Pigmenten (Kremer Pigmente), Sumpfkalk und frischem Quark modifiziert wurden.
Den Anfang bildete die sorgfältige Auswahl der Farbtöne – besonders auf großen Flächen ist eine durchdachte Farbgestaltung entscheidend. Wie man erkennen kann, wurde letztlich kein Farbton direkt aus einem Standardfarbfächer auf die Wand aufgetragen. Stattdessen entstand durch die gezielte Modifikation von Sumpfkalk, Quark und verschiedenen Pigmenten ein ganz individueller Farbton, der in keinem herkömmlichen Farbsystem zu finden ist.
Hier ist ein Zwischenstand der Wandgestaltung zu sehen. Ich habe drei verschiedene Farbtöne angerührt und direkt auf der venezianischen Kelle miteinander vermischt, um gezielt Farbkontraste zu erzeugen. Die auf dem Boden stehenden sto-Eimer zeigen die drei unterschiedlichen Farbmischungen.
Beim Schablonieren des großen Sterns, der symmetrisch an der Decke platziert ist, erhielt ich Unterstützung von meinen Söhnen. Keine leichte Aufgabe – bei einem Durchmesser von fast zwei Metern war höchste Präzision gefragt!
Der abgeklebte Stern wurde mit weißer Farbe ausgefüllt und anschließend stark verdichtet, sodass seine Oberfläche glänzt. Dadurch entsteht ein spannender Kontrast zur seidenmatten, türkisfarbenen Fläche rundherum.
Ein Zwischenstand nach dem Auftrag von zwei verdichteten Schichten. Der Stern besteht insgesamt aus fünf hauchdünnen Lagen, die stark verpresst wurden und dadurch einen intensiven Glanz erhalten haben.